Farbe fällt Kunden sofort auf und wird zugleich besonders leicht missverstanden. Ein Pantone-Code weist die Richtung, beschreibt aber nicht, wie dieselbe Farbe auf jedem Fassungsmaterial erscheint.
Direkte Antwort: zuerst Trägermaterial und Oberfläche definieren, dann den vollständigen Pantone-Code plus Sach- oder Stimmungsreferenz liefern; zunächst ein Materialmuster, danach ein physisches Grenzmuster freigeben. Eine Handyaufnahme reicht nicht zur Serienfreigabe.
Warum Materialien Farbe verändern
| Material | Farbgebung | Wichtige Variablen | Beste Referenz |
|---|---|---|---|
| Acetat | Pigmente, Schichten und Muster in der Platte | Dicke, Transparenz, Laminierung, Politur | Geschnittener, polierter Plattenchip |
| Spritzguss | Pigment/Masterbatch im Harz | Harztyp, Dosierung, Textur, Wandstärke | Formchip im Originalharz |
| Metall | Galvanik, PVD/IP oder Lack | Grundmetall, Vorbehandlung, Schichtaufbau, Glanz | Beschichtetes Muster oder Fassung |
| Glas | Massetönung, Färbebad, Spiegel oder Coating | Material, Dicke, Verlauf, Transmission | Fertiges Glas in Zieldicke |
Ziel ist eine stimmige Farbfamilie – keine unrealistische Gleichheit zwischen opaken, transparenten und metallischen Flächen.
Freigabe in sechs Schritten
- Material und Oberfläche festlegen. Acetat, Spritzguss oder Metall sowie glänzend, matt, transparent, beschichtet oder lackiert definieren. Siehe Materialvergleich.
- Referenz eindeutig benennen. Pantone-Bibliothek, Nummer und Suffix angeben; bei kritischen Markenfarben Produkt, Stoffmuster oder kalibriertes Artwork ergänzen.
- Farbfelder trennen. Front, Bügel, Enden, Beschläge, Logo und Gläser im Tech-Pack markieren und Gleichheit oder Kontrast festlegen.
- Zuerst das effiziente Muster prüfen. Acetatchip, Formplakette, Beschichtungscoupon oder Glasmuster vor einer kompletten Musterfassung freigeben.
- Kontrolliert beurteilen. Neutraler Hintergrund und konstantes tageslichtähnliches Licht; anschließend im Verkaufslicht prüfen. Transluzente Teile vor hellem und dunklem Hintergrund ansehen.
- Grenzmuster signieren. Käufer und Fabrik verwahren je ein datiertes, geschütztes Muster für Produktion und Vorversandprüfung.
Was auf das Freigabeblatt gehört
Modell, Bauteil, Träger, Pantone-Ziel, Oberfläche, Glanz, Transparenz, freigegebenes Material oder Coating, Musterversion und Datum dokumentieren. Die zulässige visuelle Streuung verständlich beschreiben. Bei gemustertem Acetat ist die akzeptable Musterverteilung festzulegen.
ΔE-Grenzen nur verwenden, wenn Messgerät, Geometrie, Lichtart und Messfläche vereinbart sind. Auf gekrümmten, glänzenden, transparenten oder metallischen Teilen erzeugt eine Zahl ohne Methode Scheingenauigkeit.
Typische Fehler vermeiden
- Metamerie: passt in einem Licht, weicht in einem anderen ab; Verkaufslicht und neutrales Licht prüfen.
- Bauteilabweichung: Front und Bügel aus verschiedenen Chargen; montierte Kombination freigeben.
- Dünne Deckung: Kanten, Ränder, Scharniere, Lötstellen und gefaltete Fassung prüfen.
- Glanzabweichung: Glanz getrennt vom Farbton spezifizieren.
- Reine Digitalfreigabe: Fotos dienen der Abstimmung, nicht der finalen Freigabe.
Die Optik beweist weder Haltbarkeit noch chemische Konformität. Je nach Konstruktion geeignete Haftungs-, Abrieb-, Schweiß- oder Korrosionsprüfungen definieren. Pigmente, Beschichtungen und Materialien können den Vorschriften des Zielmarkts unterliegen; aktuelle Anforderungen mit Importeur, Prüflabor oder Berater klären. Unser Zertifizierungsleitfaden bietet Orientierung.
HAO Eyewear kann aus Ihrer Palette und Fassungsplanung materialspezifische Muster ableiten. Besprechen Sie Ihr OEM/ODM-Projekt, bevor Sie die Kollektion festschreiben.