Nasenpads bestimmen, wo eine Fassung sitzt, wie sich ihr Gewicht verteilt und wie gut ein Optiker die Passform anpassen kann. Wird das kleine Bauteil zu spät definiert, drohen Rutschen, Druckstellen, schiefer Glasstand und vermeidbare Reklamationen.

Direkte Antwort: zuerst die Brückenkonstruktion wählen, danach Befestigung, Form, Größe, Material und Armgeometrie als Einheit festlegen. Freigegeben wird die fertige Fassung an repräsentativen Trägern. „Silikon“ allein ist keine vollständige Spezifikation.

Angeformte Brücke oder separate Pads?

SystemVorteilGrenzeGeeignet für
Angeformte AuflageKlare Optik, wenige TeileKaum lokale AnpassungValidierte Acetat- und Spritzgussbrücken
Separate Pads auf festen ArmenDefinierte Kontaktfläche, austauschbarBegrenzter VerstellbereichDesigns mit stabiler Geometrie
Separate Pads auf verstellbaren MetallarmenGroße Anpassung und guter ServiceMehr Teile und MontagekontrollenMetall-, randlose und Kombifassungen

Ein verstellbares System korrigiert keine grundsätzlich falsche Fassungsbreite oder Gewichtsverteilung. Zuerst die Brillengröße festlegen, dann die Feinpassform über die Pads entwickeln.

Befestigungsarten richtig spezifizieren

  • Schraubpad: Schraube, Gewinde, Padkastenbreite und gewünschte Beweglichkeit dokumentieren.
  • Steck- oder Klickpad: Zapfenprofil, Einstecktiefe, Haltekraft und Gegenstück definieren; ähnlich aussehende Teile sind nicht automatisch kompatibel.
  • Aufschiebe- oder Clip-System: Montagerichtung, Endposition und Abzugsverhalten vereinbaren.
  • Herstellerspezifisches System: Ersatzteilbestand, Werkzeugrechte und langfristige Verfügbarkeit vor dem Marktstart klären.

Bauteilcode, Zeichnung und Freigabemuster gehören in das Brillen-Tech-Pack.

Materialien im Vergleich

MaterialfamilieTypische WirkungWichtige Einkaufsfrage
SilikonWeich, oft transparent und griffigWelche Qualität, Härte, Oberfläche und Alterung wurden freigegeben?
PVC oder flexibles PolymerVerschiedene Festigkeiten und PreisstufenWelche genaue Rezeptur und Marktanforderungen gelten?
Hartkunststoff oder AcetatFester Kontakt, klare OptikSind Kanten poliert, Wölbung und Auflagefläche richtig?
Metall oder MetallkappeMarkanter Premium-LookIst die Hautkontaktfläche glatt und die Oberfläche beständig?
Luftpolster-/MehrteilpadWeiche AnfangskompressionBleiben Form und Befestigung nach der vereinbarten Nutzungssimulation stabil?

Materialnamen belegen weder Sicherheit noch Hautverträglichkeit. Für das tatsächlich gelieferte Teil sind Materialerklärung und passende Prüfnachweise anzufordern.

Sieben Angaben für den OEM-Auftrag

  1. Brückenarchitektur, Zielträger und Einsatzzweck.
  2. Befestigungssystem samt Gegenmaßen und Bauteilcode.
  3. Länge, Breite, Dicke, Form, Wölbung und Orientierung des Pads.
  4. Abstand, Höhe, Spreizung und Winkel an der montierten Fassung.
  5. Exaktes Material, Härte, Struktur, Transparenz, Farbe und Finish.
  6. Ersatzteilreferenz, Reservemenge, Werkzeug und Marktverfügbarkeit.
  7. Datiertes Grenzmuster sowie Zeichnung mit Messpunkten und Toleranzen.

Linkes und rechtes Pad bilden ein Passformpaar; ihre Symmetrie beeinflusst Komfort und Erscheinung.

Muster- und Passformprozess

Ein konkretes Trägerprofil ist hilfreicher als „Universal Fit“. Zunächst die vollständige Front bemustern. Kontaktpunkt, Rutschen, Wimpern- oder Wangenkontakt und Glasposition prüfen. Danach jeweils nur eine Variable wie Padgröße, Abstand, Winkel oder Armgeometrie ändern.

Mehrere relevante Gesichter einbeziehen und Rückmeldungen mit markierten Front-, Drauf- und Seitenfotos dokumentieren. Freigegeben wird die komplette Fassung im üblichen Musterprozess, nicht ein loses Pad.

Qualitätskontrolle der Nasenpads

An fertigen Fassungen prüfen:

  • gleiche Position, Höhe und Winkel links/rechts;
  • festen Sitz von Schraube, Zapfen oder Clip ohne Riss oder ungewolltes Spiel;
  • glatte Kontaktkanten ohne freiliegende scharfe Arm- oder Lötstellen;
  • vorgesehene Bewegung ohne Klemmen oder übermäßiges Spiel;
  • saubere, gleichmäßig beschichtete Arme und konsistente Padfarbe;
  • Stabilität auf Referenzlehre und vereinbarte Trageprüfung.

Diese Punkte gehören in die Vorversandprüfung. Prüfmethoden und Grenzwerte müssen zur Konstruktion passen.

Die gesamte Fassung muss die einschlägigen Sicherheits-, Chemikalien-, Kennzeichnungs- und Dokumentationsregeln erfüllen. Vorgaben unterscheiden sich nach Produkt und Zielmarkt. Aktuelle Anforderungen vor Produktionsbeginn mit Importeur, akkreditiertem Labor oder Fachberater bestätigen; der Zertifizierungsleitfaden dient nur zur Orientierung.

Besprechen Sie Ihr OEM/ODM-Brillenprojekt mit Zeichnung, Zielmarkt, Brückensystem und Ersatzteilstrategie, bevor die Nasenpad-Baugruppe festgeschrieben wird.