Die Glaskurve beeinflusst Seitenprofil, Sitz in der Nut, Facettenlage und die Eignung für Korrektionsgläser. Die Angabe „6er Basiskurve“ allein reicht für Fertigung und Prüfung nicht aus.
Direkte Antwort: Basiskurve, Frontwölbung und Vorneigung als abgestimmte Baugruppe freigeben. Glasmaterial und optisches Design, Fassung, Nut, Facette und Korrektionsbereich definieren. Referenz ist eine komplett verglaste Fassung, nicht das lose Glas oder ein Rendering.
Fünf Begriffe klar trennen
| Begriff | Beschreibung | Kontrolle |
|---|---|---|
| Basiskurve | Krümmung einer Hauptfläche des Glases | Spezifikation, Zeichnung, Muster und Messmethode |
| Augenrandkurve | In die Front eingebrachte Wölbung | CAD, Front-/Draufsicht oder physische Lehre |
| Vorneigungswinkel | Umschließung des Gesichts durch beide Scheibenebenen | Definierte Messpunkte an der fertigen Fassung |
| Pantoskopischer Winkel | Vertikale Neigung in Trageposition | Seitenansicht und Passformprüfung |
| Facettenlage | Position der Glasfacette zwischen Vorder- und Rückfläche | Kantenprofil, Nut und Grenzmuster |
Ohne Gesamtgeometrie lässt sich kein Wert sicher aus einem anderen ableiten. Messpunkte und Toleranzen gehören in die Zeichnung, weil Lieferanten Kurvennamen unterschiedlich verwenden können.
Flach, moderat oder stark gewölbt
| Richtung | Typische Wirkung | Beschaffungsrisiko |
|---|---|---|
| Flachere Front | Geradliniges Profil; oft näher an konventionellen Optikprogrammen | Spalt oder Spannung bei unpassender Glaskurve |
| Moderate Wölbung | Ausgewogene Kontur für viele Modelle | Lagerglas wird ohne Prüfung mit Sondernut kombiniert |
| Starke Wölbung | Seitliche Abdeckung und sportliche Silhouette | Korrektionsgrenzen, Dezentrierung, Interferenz und Montagespannung |
Das ist keine Qualitätsrangfolge. Tönung, UV, Polarisation und Filterkategorie behandelt der Sonnenbrillenglas-Leitfaden.
Glas und Fassung gemeinsam entwickeln
Ein zu flaches Glas kann die Front verziehen oder ungleichmäßige Spalte erzeugen. Ein zu stark gewölbtes Glas kann kippeln, hervorstehen, die Facette zeigen oder Spannung konzentrieren. Nuttiefe und -winkel, Randdicke, Facettenlage, Fassungsmaterial und Montage bestimmen den Halt. Dokumentieren Sie das System im Brillen-Tech-Pack.
Bei verglasbaren Fassungen muss ein qualifiziertes Optiklabor Korrektion, monokulare Zentrierung, Einschleifhöhe, Hornhautscheitelabstand, Wölbung und pantoskopischen Winkel bewerten. Optische Eignung folgt nicht allein aus der Form.
Acht Punkte für den OEM-Auftrag
- Einsatz, Markt sowie plano, Lesebrille oder Korrektionsbereich.
- Material, Aufbau und optische Eigenschaften des Glases.
- Zielkurve oder physisches Muster samt Methode und Toleranz.
- Frontkurve, Vorneigung und pantoskopischer Winkel mit Messpunkten.
- Nut oder Montage, Facette, Formdaten, Datum, Zentrierung und Orientierung.
- Kosmetische Grenzen für Spalt, Facettensichtbarkeit, Politur und Überstand.
- Konstruktionsgerechte Halt-, Spannungs- und Leistungsprüfungen.
- Datiertes und signiertes Komplettmuster.
Augenmaß, Steg und Bügellänge decken dies nicht ab. Ergänzen Sie den Brillengrößen-Leitfaden um Drauf- und Seitengeometrie.
Musterfreigabe in sechs Schritten
- Nutzung und Korrektionsbereich definieren.
- CAD, Nutquerschnitt und Verglasungsmethode zwischen Lieferanten abstimmen.
- Repräsentatives Muster mit seriennahen Materialien verglasen.
- Front, Draufsicht, Seite, Kanten, Bügelöffnung und Gesichtskontakt prüfen.
- Sitz, Halt, Stabilität und optische Anforderungen durch geeignete Fachstellen verifizieren.
- Baugruppe signieren und Zeichnung, Glascode, Messwerte sowie Abweichungen archivieren.
Alle Änderungen gehören versioniert in den Musterprozess.
Qualitätskontrolle der Serie
Zufallsstücke gegen das Muster prüfen: richtige Gläser und Orientierung, umlaufend gleichmäßiger Sitz, symmetrische Wölbung und Projektion, keine Ausbruchkante, Beschichtungsschäden, Druckstellen oder verzogene Front, sicherer Halt sowie konstante Breite und Bügelöffnung. Ergänzen Sie konstruktionsbezogene Kriterien in der Vorversandprüfung. Universelle Kraft-, Zyklus- oder Toleranzwerte sind ungeeignet; sie müssen Material, Montage, Nutzung und Norm entsprechen.
Die Kurve ersetzt keine Konformität. Für Sonnen-, Korrektions-, Lese-, Kinder- oder Schutzbrillen können andere optische, mechanische, chemische, Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten gelten. Aktuelle Einstufung und Prüfprogramm vor Produktion mit Importeur, akkreditiertem Labor oder Fachberater im Absatzmarkt bestätigen. Der Zertifizierungsleitfaden bietet nur eine erste Orientierung.
Besprechen Sie Ihr OEM/ODM-Projekt mit HAO Eyewear, bevor Glaskurve und Frontgeometrie festgeschrieben werden.